Die Welt durch´s Smartphone-Display sehen.

Vor etwas über drei Wochen waren mein ♥-Mann und ich auf dem "On the run"-Konzert von Beyonce und Jay-Z in Paris. Noch bevor wir überhaupt wussten, wo es in die Flitterwochen hingehen würde, kauften wir im Frühling die Karten für dieses Konzert.

Wenn man es genau nimmt, hätten wir uns den Eintritt sparen können, denn auf YoutTube und Co. kann man tausende von verwackelten Handyvideos finden.

Annährend 100000 Menschen waren in dem Stadion. Und mindestens genauso viele Smartphones, die vor mir in die Luft gehalten worden. 
Statt zu tanzen oder mitzusingen, wurde fleißig der WhatsApp-Sprachnachrichten-Button gehalten, um den Daheimgebliebenen Konzertschnipsel zu schicken. 

Ich muss zugeben: So ganz davon loslösen können wir uns auch nicht. Auch wir haben kleine Teile mitgefilmt. Ich versuche krampfhaft diese tollen Momente einzufangen und zu konservieren. Nicht, dass ich eines Tages auf meiner Couch sitze und überlege "Wie war das noch damals, bei dem Konzert?" 
Aber am Ende ist das totaler Quatsch. Wenn einem etwas so inspiriert oder beeindruckt, wird man es nie vergessen.


So ging es uns schon 2010 auf Safari. Ich habe wie eine Irre alles gefilmt, was mir vor die Linse kam. Seit dem haben wir das Video vielleicht 2 mal angeschaut... Weil die Erlebnisse noch so frisch und deutlich in unseren Köpfen sind 

Dazu kommt, dass das Gefilmte nicht mal annähernd das Live-Feeling einfangen kann. Kein Film und kein Foto kann für einen Betrachter die Gefühle auslösen, die man hat, wenn man selbst dabei gewesen ist - wenn man die überhaupt mitbekommen hat. Denn leider tritt, während man so vor sich hin filmt oder fotografiert (und alles nur durchs Display sieht), genau das Gegenteil ein: Die Erinnerung wird nicht greifbarer, sondern flacht ab und verblasst. 

Denn wir erinnern uns eher an Dinge, die wir tun oder ohne Ablenkung genießen, als an die, die wir beobachten und dokumentieren.
Deshalb habe ich mir geschworen: Wenn wir nochmal so etwas großartiges wie eine Safari machen, werde ich keinen einzigen Film drehen, sondern alles genau durch meine Augen sehen.

Also: 
Lasst euer Smartphone mal in der Tasche und erfasst die besonderen Momente mit allen Sinnen. 
Denn nur so werden sie unvergesslich...



Kommentare:

  1. Das erinnert mich an unsere Whale Watching Tour. Einige Leute haben nur durch die Kamera beobachtet. Schade drum. Die Welt ist viel schöner ohne Linse zwischen Auge und Geschehen...

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  2. Ich versuche dies mittlerweile auch im Alltag umzusetzen. Wir waren zB am Freitag an einem wunderschönen See spazieren und haben einfach Zweisamkeit genossen. Ich war zwischendurch oft versucht mein Handy zu zücken und Fotos zu machen. Doch dann hab ich mir gedacht: Wozu? Genieß es doch jetzt einfach... Und das habe ich auch getan.
    Oft lässt man sich nämlich viel zu leicht ablenken und kann vieles nicht genießen. Aus diesem Grund versuche ich mein Handy jetzt öfters in der Tasche zu lassen!

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    1. Ja, mit den Fotos machen versuche ich mich auch zu zügeln. Das ist aber im Zeitalter von Instagram gar nicht so einfach.

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  3. So mache ich es schon lange. Fotos werden im Urlaub nur selten und auf Veranstaltungen meist gar nicht gemacht. Ich will ja erleben was passiert und es mir nicht im Nachhinein ansehen ;)

    Übrigens: Der Artikel war ganz schwer lesbar weil die Schrift so hell ist und der Kontrast zum Hintergrund zu gering. Wäre toll, wenn du den Kontrast erhöhen könntest und die Schrift schwärzer machst.

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    1. Schöne Einstellung! Da muss ich mir noch eine Scheibe von abschneiden!

      Danke für das Feedback, ich hab´s gleich ne Nuance dunkler gestellt!

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  4. Du hast absolut recht! Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich stunden damit verbringe mir Fotos anzusehen und mir die Geschichten dazu zusammen zu spinnen :) die Kombination macht es. Ein paar Erinnerungen sind erlaubt, aber man darf es nicht übertreiben!

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„Schreiben ist etwas sehr Persönliches. Dabei zuzusehen ist langweilig, und in der Regel bleibt die größte Freude dabei dem vorbehalten, der tatsächlich schreibt.“
(Audrey Niffenegger)